Wolfgangsee und Umgebung 2026

Schafberg

Selfie vor dem imposanten Profil des Schafbergs

Das Wichtigste an einer Bergtour ist eine vernünftige Planung.

Als wir heute früh in St. Wolfgang unsere Tour auf den Schafberg begonnen haben, folgte uns laut stapfend und schnaufend eine junge Asiatin den – zugegebenermaßen ziemlich steilen – Weg hinauf. Nach wenigen hundert Metern sprach sie uns an und fragte, ob dies der Weg zum Schafberg sei und wie lange er dauert. Auf meine Antwort "viereinhalb Stunden" entglitten ihre Gesichtszüge und ihre Kinnlade fiel herunter. Sie ist noch ein paar Meter hinter uns hergestapft, bevor sie aufgegeben hat. Wir haben sie den gesamten Tag nicht mehr gesehen.

Den Weg bis zur Schafbergalm kannten wir schon von Anfang März 2024. Damals hatten wir uns dort sehr über einen warmen (alkoholfreien) Glühwein gefreut und genauso groß war heute unsere Vorfreude auf eine kurze Rast mit einem Skiwasser. Leider wurden wir maßlos enttäuscht, denn es gab NICHTS. Offensichtlich rentiert sich der Betrieb nicht, wenn eine Gehstunde weiter oben am Gipfel alles geöffnet hat, anders als seinerzeit am ersten frühlingshaften Wochenende, wo alles noch geschlossen hatte, weil wegen des tiefgefrorenen Harschschnees am Schafberggipfel sowohl ein Weiterwandern als auch die Fahrt mit der Bahn schlicht und einfach nicht möglich war.

Von der Alm aus ging es zunächst ziemlich direkt hoch Richtung Schafberggipfel, bevor wie kurz unterhalb einen Umweg Richtung Spinnerin eingeplant hatten. Die besonders markante Form des Schafbergs mit seiner steil abfallenden Norwestwand sieht man nämlich nicht von Strobl oder St. Wolfgang und auch nicht vom Weg hoch zum Gipfel, sondern nur vom Mondsee und vom Attersee sowie seitlich von St. Gilgen und eben von der Spinnerin.

Es war heute so heiß und sonnig und steil ist der Weg auf den Schafberg sowieso, so dass Maria zuerst den Abstecher Richtung Spinnerin nicht mitgehen wollte und auf mich gewartet hat, bis ich zurück komme. Nachdem ich ich ihr am Ziel aber per Handy Bescheid geben konnte, dass sich die Aussicht wirklich lohnt und dass der Weg viel einfacher ist als befürchtet (kein Klettersteig), ist sie doch nachgekommen. Manchmal braucht man eben etwas Motivation. 😉

Als wir danach nach knapp 1.300 Höhenmetern endlich auf dem Schafberggipfel angekommen waren, hatten wir uns die Rast jedenfalls verdient gehabt.

Zurück wollten wir nicht den steilen kniestrapazierenden Wanderweg nehmen, sondern die Zahnradbahn nach St. Wolfgang. So sind wir nach einem Skiwasser und einem gespritzten Hollersaft sowie einer Fotografier-Runde am Gipfel die paar Meter zur Bergstation abgestiegen und wollten online Tickets für die Talfahrt buchen. Irgendwie sind wir vorher nicht auf die Idee gekommen, dass an einem Wochenende bei bestem Wetter die nächsten Züge (sie fahren alle 20 Minuten) schon komplett ausgebucht sein könnten. Wir mussten tatsächlich volle dreieinhalb Stunden warten, bis der erste Zug fuhr, für den es noch ein paar Restplätze gab. Maria wollte es aber wirklich nicht riskieren, ihre Knie zu sehr zu strapazieren und im schlimmsten Fall die gesamte kommende Woche eingeschränkt zu sein.

Wir sind also noch einmal hoch zum Gipfel, sind u. a. noch ein zweites Mal eingekehrt und haben diesmal nicht nur Getränke geholt, sondern auch einen Kaiserschmarren bestellt. Der hat tatsächlich mehr als eine Stunde(!) gebraucht, bis er gekommen ist – aber wir hatten ja Zeit.

Zwischendrin gab es an der Schafbergbahn auch mal Stress und Verspätungen, weil eine defekte Lok eines der beiden Gleise blockierte. Bis wir um 16:45 Uhr an der Reihe waren, war die Reparatur aber erfolgreich beendet und die Verspätungen fast wieder hereingeholt. Immerhin mussten wir in St. Wolfgang keine fünf Minuten auf den Bus nach Strobl warten.

Ach übrigens: Auf dem Schafberggipfel befindet sich das älteste Berghotel Österreichs und die Schafbergbahn ist eine von nur drei noch existierenden Zahnradbahnen in Österreich. Leider wurde unser Zug nicht von einer Dampflok, sondern von einer modernen dieselelektrischen Lok gezogen, aber auf dem Zugfoto, das Maria unterwegs aufgenommen hat, seht ihr einen Dampfzug.