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Millstätter See 2026

eine Woche am und oberhalb vom Millstätter See 
5.-11. Juli 2026 

 

Titelfoto Millstätter See
Details
Lesezeit: 12 Minuten
Veröffentlicht: 05. Juli 2026

am, im und oberhalb vom Millstätter See

Beim Suchen nach interessanten Zielen in den Alpen ist Thomas Ende Mai über die Alexanderhütte oberhalb des Millstätter Sees gestolpert und die hat eine tolle Aussicht über den See. Und da sie genau vom 9. bis 11. Juli noch zwei Nächte lang ein Zimmer frei hatte, haben wir sie total spontan gebucht. (Die Entscheidung dauerte inkl. Buchung weniger als fünf Minuten.)

Im September vor drei Jahren waren wir das letzte Mal in Kärnten und sind dort den Nockberge-Trail gewandert. Nach sieben wunderschönen Etappen mussten wir damals wegen eines heftigen Gewitters die letzten beiden Etappen (die zur Millstätter Hütte sowie den Abstieg an den Millstätter See) ausfallen lassen. Nun holen wir zwar diese ausgefallenen Etappen nicht exakt nach, aber schaffen es doch zumindest ganz in die Nähe – die Alexanderhütte liegt weniger als eine halbe Stunde Fußweg von der Millstätter Hütte entfernt, auf der wir seinerzeit unsere Übernachtung gebucht hatten.

Auch wenn man mit der Bahn ziemlich bequem an den Millstätter See kommt, ist es selbstverständlich etwas übertrieben, für zwei Nächte die Fahrt auf sich zu nehmen. Also haben wir davor noch ein paar Nächte am See dazugebucht und werden die ersten Tage (auch abhängig vom Wetter) kurzfristig entscheiden, worauf wir Lust haben. Am Donnerstag steigen wir dann zur Alexanderhütte auf und verbringen dort zwei Nächte, bevor es wieder zurück geht.

Tourbericht:

Tag 1, Sonntag, 5. Juli 2026 (Anreisetag nach Millstatt am See):

Heute früh ging es mit dem Zug via München nach Spittal-Millstätter See und von dort mit dem Bus weiter nach Millstatt am See.

In Spittal hatten wir eineinhalb Stunden Zeit, dort ein bisschen durch den Park zu spazieren und ein Eis zu essen.

Nachdem uns der Bus nach Millstatt gebracht hat und wir in unserem Hotel eingecheckt haben, sind wir noch schnell in einen Supermarkt (hier ist es touristisch genug, dass sie auch am Sonntag offen haben) und haben es uns dann im Park mit Blick auf den See bei Marillen und Kohlrabi gutgehen lassen.

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Tag 2, Montag, 6. Juli 2026 (Egelsee):

Der Bahnhof von Spittal heißt Spittal-Millstätter See, aber er hat mit dem Millstätter See kaum mehr zu tun als der Flughafen Frankfurt Hahn mit Frankfurt. Zwischen der Drau, an der Spittal liegt, und dem Millstätter See erstreckt sich nämlich noch ein kleiner Höhenzug und den ging es heute hoch.

Am Vormittag haben wir das Schiff für eine fünfminütige Fahrt auf die andere Seeseite genommen und zu Fuß ging es dann hoch, bis wir Blick über das Drautal und Spittal hatten.

Fast am höchsten Punkt gab es mit dem Egelsee einen kleinen schönen Badesee, in dem Maria ein paar Runden schwamm, bevor wir nach dem Abstieg und einer kurzen Einkehr am späten Nachmittag die Fähre zurück nach Millstatt nahmen.

Am Abend waren wir zum Ausklingen des Tages noch im Strandbad unseres Hotels und haben uns ein Tretboot geschnappt.

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Tag 3, Dienstag, 7. Juli 2026 (Seeblickrunde):

Als wir vorgestern hier angekommen sind, gab es die schöne Info, dass unser Hotel Fahrräder zum Leihen für seine Gäste hat. Und da man mit Rädern einen deutlich größeren Radius hat als wandernd und wir gerne radeln, haben wir uns auf der gestrigen Tour entschieden, heute die Räder zu nutzen und haben von unterwegs im Hotel angerufen und sie reserviert.

Was wir nicht wussten, war, dass unser Gesprächspartner gerade im Auto saß und sich unseren Wunsch nicht sofort aufschreiben konnte. Und wie das in solchen Fällen sicherlich jedem schon einmal passiert ist, hat er es vergessen und heute früh waren die Räder schon weg. ☹️ Also wird erst morgen geradelt und wir haben ganz schnell auf die Wanderkarte geschaut und uns eine Wanderalternative ausgesucht.

Binnen weniger als zehn Minuten saßen wir im Bus nach Döbriach – das liegt am östlichen Ende des Sees – und sind dort zur Seeblickrunde aufgebrochen.

Die Tour führte in einer Acht über die Hügel im Südosten des Millstätter Sees und man hatte in sehr schöner Regelmäßigkeit einen tollen Blick über selbigen. Der Ausflug hat sich für uns also definitiv gelohnt.

Am Abend sind wir dann wieder ins Strandbad unseres Hotels. Heute haben wir kein Tretboot genommen, sondern haben im See schön ausgiebig gebadet. Bei Wassertemperaturen zwischen 22 und 24 °C ist das hier wirklich angenehm – nicht ansatzweise so kalt, wie man das in einem Gebirgssee erwarten würde, wobei der Egelsee gestern noch einmal signifikant wärmer war, aber der ist natürlich viel kleiner und flacher.

Im – zugegebenermaßen sehr schönen – Strandbad hatten wir übrigens den Eindruck, dass es eine ganze Reihe von Gästen gibt, die mehr oder weniger ausschließlich zum Baden/Sonnenbaden den ganzen Tag über hier sind. Das hätten wir in den Kärntner Bergen nicht wirklich erwartet.

Ach ja, wenn wir am Abend in der Dämmerung noch am Strandbad sitzen, dann lassen sich Schwalben von uns nicht im geringsten stören, sondern fliegen bei der Jagd nach Insekten hektisch ganz dicht um uns herum.

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Tag 4, Mittwoch, 8. Juli 2026 (große Radtour um den Millstätter See):

Wie gestern schon angekündigt, haben wir uns heute mit einem Tag Verspätung auf die Hotel-Fahrräder geschwungen und haben den Millstätter See großräumig umrundet.

Selbstverständlich sind wir nicht nur einmal am Uferweg flach um den See herumgeradelt, sondern wir haben mehrere Radtourenvorschläge kombiniert.

Zunächst ging es von Millstatt aus nach Norden steil nach oben auf das Hochplateau oberhalb des Nordufers. Von dort sind wir in hügeliger Landschaft Richtung Osten/Südosten nach Döbriach geradelt und später auf der Südseite des Sees haben wir den Höhenzug rüber ins Drautal überquert. In Spittal war dann die passende Zeit für eine Rast in der gleichen Eisdiele, in der wir am Sonntag auf der Herfahrt schon waren.

Als wir anschließend weiterradeln wollten, hatten wir zwei Alternativen: eine Stunde warten, bis ein Regengebiet durchgezogen ist, oder gleich aufbrechen und vielleicht nass werden.

Wir haben uns für letzteres entschieden und sind nur sehr wenig feucht geworden, wobei wir uns zwischendrin mal für wenige Minuten untergestellt haben.

Der Abschnitt zwischen Spittal und Seeboden war der uninteressanteste. Der erste Versuch führte uns zu einem Verbotsschild und dem Hinweis, dass hier ein Steig beginnt, für den alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich ist – also nichts, was für Fahrräder geeignet wäre.

Die Alternative führte die Bundesstraße entlang, da der Radweg durch die Lieserschlucht derzeit neu gebaut wird. Die Autofahrer waren zwar halbwegs vorsichtig, aber der Verkehr auf der engen kurvenreichen Straße war doch ungemütlich stark.

Ab Seeboden waren wir dann wieder vom Autoverkehr getrennt und wir nahmen unseren letzten größeren Anstieg in Angriff – wieder hoch auf das Hochplateau und dort weiter bis über Millstatt.

Unterwegs haben wir an der Burg Sommeregg eine zweite Rast eingelegt, im Burgrestaurant je eine Hollunderschorle getrunken und dann den Bergfried erklommen und die Aussicht von ganz oben genossen.

Insgesamt waren wir 52 km und 1.000 Höhenmeter unterwegs – mit den Hotel-E-Bikes ein schöner entspannter Ausflug, mit unseren eigenen „normalen“ Fahrrädern bräuchten wir nach so einer Etappe wahrscheinlich einen Tag Erholung. 😉

Den Abend haben wir wieder im hoteleigenen Strandbad verbracht, heute jedoch ohne aufs oder ins Wasser zu gehen. In der Dämmerung tanzten unzählige Schwalben über und um unsere Köpfe, die sich bei ihrer Jagd nach Insekten nicht im Geringsten von uns stören ließen.

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Tag 5, Donnerstag, 9. Juli 2026 (Aufstieg zur Alexanderhütte):

Heute früh hieß es, in Millstatt auszuchecken und unser gesamtes Gepäck auf den Rücken zu schnallen. Vier Stunden und knapp 1.200 Höhenmeter lagen vor uns auf dem Weg zur Alexanderhütte.

Nach einer knappen Stunde war plötzlich der weitere Weg durch die Schlucht gesperrt, so dass wir nach einer Alternative suchen mussten. Ein kurzer Anruf auf der Hütte hat dann den Alten Bergweg als sinnvollste Ausweichroute nach oben bestätigt. Der ist zwar weitestgehend ein Fahrweg, war also nicht so richtig toll, aber wenigstens führte er zum Ziel. (Am oberen Einstieg zum Schluchtweg war dann auch ein Schild angebracht, dass er wegen Unwetterschäden gesperrt ist, nur halt unten nicht.)

Auf der Hütte gab es dann erst einmal einen Hollersaft und Kaiserschmarren mit Aussicht auf den Millstätter See.

Am Abend, beim Ausfüllen des Meldebogens, hat Maria als Grund für den Besuch übrigens "Erholung" aus der Auswahlliste ausgewählt. Ihr erinnert euch, dass ich oben etwas von 1.200 Höhenmetern und vier Stunden geschrieben hatte? 🤔 Ich habe für mich dagegen "Wandern" angegeben.

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Tag 6, Freitag, 10. Juli 2026 (Tschiernock Höhenrundwanderweg):

Für heute hatten wir uns den Tschiernock Höhenrundwanderweg ausgewählt.

Von der Alexanderhütte ging es gegen den Uhrzeigersinn über die Millstätter Hütte (ohne Einkehr) zum Hochpalfennock (höchster Punkt der Tour; erstes Gipfelfoto) und weiter zum Tschiernock (zweites Gipfelfoto). Auf der Sommeregger Hütte haben wir uns einen Hollersaft und Palatschinken gegönnt und entschieden, dass wir den Umweg über den Tschierwegernock auch noch mitnehmen, bevor wir zur Alexanderhütte zurückgekommen sind, wo ein weiterer Palatschinken auf uns wartete.

In Summe (inkl. Einkehr und Fotostopps) waren wir 5¼ Stunden und rund 720 Höhenmeter unterwegs.

Gestern und heute sind wir damit (in entgegengesetzter Richtung) einen erheblichen Teil der letzten beiden Tage des Nockberge-Trails gegangen, den wir vor drei Jahren gewitterbedingt weglassen mussten.

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Tag 7, Samstag, 11. Juli 2026 (Abstieg und Heimfahrt):

Den Aufstieg zur Alexanderhütte hatten wir vorgestern von Millstatt aus gestartet. Unser ursprüngliches Ziel für den Abstieg war Seeboden, zum einen, damit wir nicht den gleichen Weg noch einmal gehen müssen, zum anderen weil Seeboden näher an Spittal liegt, wohin uns der Bus vom Millstätter See aus hinbringen musste.

Wie wir am Ankunftstag schon festgestellt haben, fährt dieser Bus unter der Woche zwar komfortabel alle 30 Minuten, am Samstag/Sonntag aber nur zweistündig. Der Abstieg dauert lt. der Alpenvereinsapp gute drei Stunden, Frühstück gibt es ab 7:30 Uhr, so dass wir um 8 Uhr loskommen könnten und dann gegen 11 Uhr in Seeboden sind (wir sind üblicherweise immer etwas schneller als die Apps planen) und den Bus kurz nach 11 Uhr nach Spittal ohne Puffer erreichen.

Bei der Beratung mit dem Hüttenwirt hat dieser gestern Abend jedoch empfohlen, dass wir doch nach Millstatt absteigen sollten, aber nicht den Weg, den wir hochwärts genommen haben, sondern eine Ablkürzung, die direkter nach unten verläuft. Diese dauert nur 2¾ Stunden, bietet also einen zeitlichen Puffer, selbst wenn man berücksichtigt, dass der Bus in Millstatt fünf Minuten früher abfährt als in Seeboden.

Also sind wir heute früh kurz vor 8 Uhr mit genau diesem Ziel gestartet – um dann sehr schnell mehrfach feststellen zu müssen, dass die "Abkürzung" vielleicht von ortskundigen Einheimischen problemlos gefunden wird, wir dazu aber intensiv Spuren suchen müssen und unseren Standort permanent mit dem Navi abgleichen müssten.

Nach gut 15 Minuten Herumirrens haben wir uns daher entschlossen, doch den Fahrweg ins Tal zu gehen. Der ist in so einem guten Zustand, insbes. weitestgehend ohne Schotter, dass wir wirklich flott vorangekommen sind. Weiter unten sind wir dann – wie auf dem Hochweg – den Schluchtweg gegangen – da kommt man zwar deutlich langsamer voran, aber immer noch gut und durchgehend schattig durch den Wald – und wir kannten den Weg ja schon, wussten also, was uns erwartet.

Letzendlich waren wir trotz des Zeitverlusts am Anfang fast 20 Minuten früher in Millstatt als geplant, so dass wir noch genügend Zeit hatten, uns im BILLA mit Getränken und Marillen für die Rückfahrt einzudecken.

Der Bus hatte dann eine gute viertel Stunde Verspätung, bei 25 Minuten Umsteigezeit hatte das jedoch keine Auswirkungen, so dass wir den geplanten ICE nach Salzburg gut erreicht haben. In Salzburg sind wir für eine zweistündige Mittagspause ausgestiegen und anschließende mit Regionalexpressen nach München und Nürnberg gefahren. Die U-Bahn hat uns dann auch noch ein bisschen ausgebremst, weil sie wegen einer Baustelle derzeit nicht durchfährt, sondern wir an der Maximilianstraße umsteigen mussten.

Letztendlich waren wir gegen 22 Uhr zu Hause. Es war also ein sehr langer Reisetag mit noch einmal zweieinhalb Stunden strammer (Bergab-)Wanderung zu Beginn des Tages. Fairerweise sollte man allerdings dazusagen, dass wir bereits um 17:25 Uhr in Nürnberg hätten ankommen können, wenn wir den Zwischenstopp in Salzburg hätten ausfallen lassen und wenn wir bis Nürnberg den ICE genommen hätten statt des Deutschlandtickets und somit Regionalzüge.

Fotos haben wir heute keine gemacht. Schaut euch einfach die Bilder von vorgestern in umgekehrter Reihenfolge an 😉 und denkt euch noch blaueren Himmel und weniger Wolken dazu.

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