Zwei Dinge haben sich bei uns dieses Jahr geändert:
Erstens: Bisher war immer Thomas gezwungen, rechtzeitig noch Urlaub zu nehmen – Maria konnte viel mehr Resturlaub ansammeln. Nun hat Thomas keinerlei Vorgaben eines Arbeitgebers mehr, aber Maria hat ihr Kontingent komplett ausgereizt, so dass zwingend noch eine Woche genommen werden musste.
Zweitens: Bisher war es (fast) immer Maria, die Terminvorschläge mit Sätzen wie „da ist dieser oder jener Meilenstein meines Projekts“ ablehnen musste. Diesmal war es Thomas, der auf Marias Vorschlag für Ende Oktober mit „da kommt J. zu Besuch“ und „da wollte ich auf die Messe nach Ulm fahren“ geantwortet hat. Heißt das, dass Thomas schon nach so kurzer Zeit erfolgreich im Rentnerleben angekommen ist und – wie alle Rentner – keine Zeit mehr hat?
Aber wir haben es geschafft, haben eine Woche im Kalender freigeschaufelt und ein schönes Hotel im Tauferer Ahrntal (Südtirol) gefunden. Nachher geht es mit dem Zug via München und Franzensfeste nach Bruneck und von dort weiter mit dem Bus nach Sand in Taufers und dort lassen wir es uns eine Woche lang gutgehen.
Im Ahrntal war Thomas während des Studiums sowohl im Sommer zum Wandern als auch im Winter zum Skifahren regelmäßig mit Kommilitonen. Gemeinsam waren wir dann 1992 einmal zum Wandern hier und 1996 noch einmal im Pragser Tal, einem anderen Seitental des Pustertals. Es wurde also Zeit, mal wieder nach Südtirol zu kommen, insbesondere wenn man bedenkt, dass es von uns aus gar nicht so weit weg ist. Sand in Taufers liegt Luftlinie nahezu genauso weit von uns daheim entfernt wie unser letztes Urlaubsziel, Bad Schandau im Elbsandsteingebirge. Es fühlt sich irgendwie nur weiter an, weil zwei Staatsgrenzen und die Alpen dazwischen liegen.