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erste Eindrücke aus Cornwall

Falmouth

Dieses Jahr geht es nicht auf Hüttentour durch die Alpen, sondern nach Cornwall – in den Südwesten Englands. Zwei Wochen lang geht es den South West Coast Path am Kliff entlang. Auch diese Tour ist natürlich eine Etappentour, bei der wir unser gesamtes Gepäck die gesamte Zeit auf unserem Rücken schleppen müssen. Wir haben daher kein Notebook dabei, um jeden Abend einen Blogeintrag zu schreiben, aber ein paar Fotos wollen wir von Zeit zu Zeit wenigstens mit dem iPhone hochladen, damit ihr zumindest einen kleinen Eindruck gewinnen könnt, wie es uns geht. Den kompletten Urlaubsbericht gibt es dann, wenn wir wieder daheim sind.

Sa., 22. Juni:
Ist euch eigentlich aufgefallen, dass sich die Landschaft in den letzten Tagen verändert hat? An der Nordküste Cornwalls war das Kliff viel steiler und ausgeprägter. Je weiter wir an der Südküste Richtung Osten gekommen sind, desto lieblicher und hügeliger wurde die Landschaft.
Heute früh ging es erst einmal mit der Fähre über den Helford River und dann zu Fuß bis Falmouth. Hier sind die zwölf schönen Etappen unseres South West Coast Paths vorüber. Bis auf einen einzigen Tag hatten wir immer sonniges Wetter – etwas, womit man in England nicht unbedingt rechnen kann.
Morgen früh geht es dann mit dem Zug nach London und übermorgen Nachmittag von dort via Brüssel und Frankfurt zurück nach Nürnberg. Zwei halbe Tage in London bleiben uns also noch, bevor dieser Urlaub zu Ende geht.
Fr., 21. Juni:
Heute wollten wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wir wollten nämlich den Gillan Creek durchqueren und dazu braucht es auf jeden Fall Niedrigwasser. Passenderweise war heute gegen 12 Uhr der niedrigste Pegelstand und wir brauchten rund drei Stunden, um von Coverack dorthin zu kommen. Etwas gespannt waren wir schon, wie die Flussdurchquerung sein würde, denn an mehreren Stellen wurde ausdrücklich vor der Furt gewarnt.
Als wir – zum eigentlich exakt passenden Zeitpunkt – an der fraglichen Stelle angekommen waren, fragten wir uns dann, wo wir da rüber kommen sollten. Nicht nur war das Wasser ziemlich tief und die Strömung ganz schön ordentlich, es war zusätzlich auch noch der komplette Bereich mit glattem modrigen Seegras bedeckt.
Ein paar Angler auf der anderen Flussseite meinten, dass wir flussaufwärts bis zur nächsten Brücke gehen müssten. Da wir trotz nochmaligem Suchen keine passende Passiermöglichkeit sehen konnten, sind wir eben die 2½ Meilen (4 km) Umweg gegangen und haben auf das Durchwaten der Furt verzichtet.
Helford, wo wir heute in einem ziemlich urigen Loft übernachten, ist übrigens ein richtig schönes kleines Dorf mit vielen reetgedeckten Häusern.

Do., 20. Juni:
Zur Abwechslung war der Weg heute an zwei Stellen extrem eng und zugewuchert, so dass wir von Disteln und anderen Dornen und Stacheln am gesamten Körper komplett zerkratzt sind. Auf der letzten Meile war das Dickicht teilweise so hoch, dass man nicht einmal mehr Aussicht aufs Meer hatte und wir kaum voran gekommen sind – eine gute halbe Stunde für 600 Meter. Marias Durchhaltevermögen wurde dort auf eine harte Probe gestellt. Sie hat sich irgendwann extra eine Jacke angezogen, um wenigstens etwas geschützt zu sein.
Richtig heiß war es auch noch, so dass wir am Nachmittag, als wir in Coverack am Hotel angekommen sind, sehr wohl wussten, dass wir uns körperlich betätigt hatten, obwohl die Gesamtstrecke gar nicht so groß war.
Mi., 19. Juni:
Vor ein paar Tagen waren wir am westlichsten Punkt Englands. Heute – drei Tage später – sind wir am Lizard Point, dem südlichsten Punkt Großbritanniens angekommen.
Ein Stück haben wir unterwegs mit dem Bus abgekürzt, sonst wäre die heutige Etappe wieder zu lang geworden. So konnte Maria auch mal zum Baden ins Meer und am Nachmittag hatten wir genügend Zeit, auch noch die paar Kilometer rund um den Lizard Point abzuwandern – und am Abend, als plötzlich alle Wolken weg waren, noch ein weiteres Mal an den südlichsten Punkt zurück zu gehen.
Di., 18. Juni:
Inzwischen sind wir in Porthleven angekommen, einem wirklich hübschen kleinen Städtchen mit schönem Hafen, um den herum es lauter nette Restaurants mit Sitzgelegenheiten im Freien gibt. 
Das war bereits unsere achte Etappe – wieder einmal bei strahlendem Sonnenschein.
Mo., 17. Juni:
Von Land‘s End bis Penzance sind es 26 km am Kliff auf und ab, ohne Übernachtungsmöglichkeit dazwischen, also schon ein bisschen zu viel für eine Tagesetappe. Es war daher schon vorher klar, dass wir erstmals mit dem Bus ein Stück abkürzen müssen.
Gestern Abend haben wir rausgesucht, dass der Abschnitt bis Porthcurno der schönste ist und sind bis dahin gewandert. Heute war es so richtig schweißtreibend und der Pfad oft schmal und direkt an der steilen Kliffkante – in den Alpen hätte es da an manchen Stellen sicherlich Seilversicherungen gegeben.
Von Porthcurno bis Penzance haben wir dann den Linienbus genommen – einen Doppeldecker-Cabrio-Bus, der sich hier durch engste Sträßchen gezwängt hat.
Von Penzance ging es für uns dann nochmal zurück nach Mousehole und später nach St Michael‘s Mount.
So., 16. Juni:
Land‘s End (auch im wörtlichen Sinne): Heute sind wir am westlichsten Punkt Englands angekommen (zumindest am westlichsten Punkt auf der britischen Hauptinsel – ein paar vorgelagerte Inseln liegen noch etwas weiter draußen, aber die sind wandermäßig nicht erreichbar).
Wir sind also quasi an unserem Ziel. Ab morgen geht es wieder zurück, allerdings die südliche Küste Cornwalls entlang Richtung Osten während wir bisher die Nordküste Richtung (Süd-)Westen entlanggewandert sind.
Die heutige Tour war wieder ein ganzes Stück moderater als gestern – nach sechs deutlich weniger anstrengenden Stunden (inkl. einem kurzen Stopp an einem Eisstand) waren wir bereits am Ziel.
Das Schiffswrack auf dem letzten heutigen Foto zeigt übrigens die Überreste der in Duisburg beheimateten RMS Mülheim, die erst 2003 hier gestrandet ist – eines von mehr als 140 Schiffen, die in der rauen See rund um Land‘s End ihr Ende gefunden haben.
Sa., 15. Juni:
Die letzten beiden Etappen waren recht moderat. Heute dagegen waren wir fast acht Stunden reine Gehzeit unterwegs – ohne jede Pause, denn es gab unterwegs keine einzige Einkehrmöglichkeit.
Dazu war der Weg durchaus anspruchsvoll und anstrengend, teilweise ziemlich schmal und zugewuchert, ganz viel Blockwerk und an einer ganzen Reihe von Stellen konnte er es mit einem hochalpinen Steig locker aufnehmen.
Jetzt sind wir in einer wunderschönen Ferienwohnung mitten in der Pampa mit toller Aussicht auf eine Kuhherde und das Meer und uns tut alles weh. Marias Füße schmerzen so sehr, dass sie sich geweigert hat, die gut 15 Minuten ins Dorf zum Abendessen zu gehen. Stattdessen hat sie mich in den wirklich urigen Pub geschickt, um etwas zu holen – so ist sie wenigstens glücklich.
Fr., 14. Juni:
Bis mittags war heute trockenes Wetter angekündigt. Nachdem die Etappe bis St. Ives nur etwa 12 km lang war, hieß das, dass wir um 9 Uhr aufgebrochen sind.
Der blaue Himmel beim Aufstehen war inzwischen weitestgehend durch dunkle Wolken ersetzt und nach kurzer Zeit fing es tatsächlich leicht zu regnen an. Wir mussten allerdings nur ein paar Minuten unter einer Brücke warten, bis es wieder blauen Himmel gab und wir weiter marschierten. 
Heute gab es nicht so viel Kliff zu sehen wie die letzten Tage, mehr Strände.
St. Ives ist ein richtig großer und interessanter Ort – und voraussichtlich die letzte nennenswerte Siedlung für die nächsten Tage. Wir werden also ausreichend Verpflegung einkaufen und mitnehmen müssen, um morgen und übermorgen über die Runden zu kommen
Do., 13. Juni:

Heute war britisches Wetter. Wir wissen nicht, ob wir jemals in unserem Leben nasser waren als heute. Nach einer halben Stunde waagerechtem Regen waren die Bergstiefel von oben komplett mit Wasser vollgelaufen, so dass es sich bei jedem Schritt anfühlte, als ob das Wasser oben über den Schaft rausschwappt. Nach zweieinhalb Stunden gab die Kamera ihren Geist auf, weil zu viel Wasser ins Innere eingedrungen ist. Und nach drei Stunden meldete die Apple Watch, dass sie voll Wasser ist und dass ich sie entleeren soll.
An unserer Unterkunft wurden wir dann erst einmal mit einem Handtuch und einer Wanne für unsere nassen Klamotten empfangen, bevor wir richtig rein durften. Dafür wird das alles jetzt nicht nur getrocknet, sondern auch noch gewaschen.

Mi., 12. Juni:
Heute war (nicht ganz, aber fast nur) Selfie-Tag: Zum einen war die Etappe mit 13,4 km recht kurz, wir hatten also Zeit. Zudem spielte das Wetter mit und die erste Hälfte der heutigen Strecke zwischen St. Agnes und Portreath gilt als einer der landschaftlich schönsten Abschnitte des South West Coast Paths

Di., 11. Juni:
Heute sind wir die erste von zwölf Etappen gewandert: gut 21 km von Newquay nach St. Agnes.
Nach dem ersten Kilometer wurden wir erst einmal für eine ¾ Stunde ausgebremst, weil uns nicht bewusst war, dass die Fähre über den Gannel River erst ab 9:30 Uhr fährt.
Der Weg ging dann mehrfach direkt am sehr steilen Kliffrand entlang und öfter längere Strecken durch Dünen – und immer wieder hoch und runter.
In Perranporth – nach etwa ⅔ der Strecke – haben wir uns ein Eis gegönnt und jetzt sitzen wir bei Seafood und Fish‘n‘Chips in einem netten Pub.

Mo., 10. Juni:

Inzwischen sind wir in Cornwall angekommen. Mit dem Zug ging es noch einmal gut 5¼ Stunden von London nach Newquay.
Die Landschaft war unterwegs richtig schön und die erste Stunde des South West Coast Paths haben wir auch gleich absolviert – unsere Unterkunft in Newquay liegt nämlich absichtlich ein Stück außerhalb, so dass wir morgen nicht gleich mit einer Monsteretappe starten müssen.

So., 9. Juni:
Heute früh ging es weiter nach Brüssel und von dort mit dem Eurostar durch den Tunnel nach London.
In King‘s Cross waren wir echt überrascht, wie viel Harry-Potter-Manie es nach wie vor gibt. Der erste Band ist schließlich schon 1997 erschienen und bei unserem letzten London-Besuch konnte man ohne Anstehen auf Gleis 9¾ gelangen – ganz anders dieses Mal, wo eine riesige Schlange vor dem Zugang stand.
Anschließend haben wir die U-Bahn nach Paddington genommen und waren den Nachmittag über in den Kensington Gardens und im Hyde Park.

Sa., 8. Juni:
Diesmal wollten wir nicht auf die Insel fliegen, sondern mit dem Eurostar von Brüssel durch den Tunnel nach London fahren. Eigentlich sollte es erst morgen in aller früh losgehen, doch heute Abend gegen 17:30 Uhr kam auf der Bahn-App die Info, dass der Zug morgen früh von Nürnberg nach Frankfurt wegen Unwetterauswirkungen zwischen Nürnberg und Würzburg ausfällt. Also haben wir ganz schnell zu Ende gepackt und sind heute um 19 Uhr schon mit einem ICE nach Frankfurt aufgebrochen, von wo es morgen früh dann weitergehen soll.

unsere letzten Urlaube