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Schluchtensteig Schwarzwald

Schluchtensteig Schwarzwald

Schluchtensteig Schwarzwald 
7.-14. September 2021 

Nach der Alpenüberquerung im vergangenen Jahr, wollten wir auch heuer wieder einen Fernwanderweg gehen. Bei der Suche sind wir zufällig auf den Schluchtensteig im Schwarzwald gestoßen und er klang sehr interessant: rund 120 km in sechs Etappen durch den südlichen Schwarzwald. Außerdem hat ein Urlaub innerhalb Deutschlands während der Corona-Pandemie den Vorteil, dass man eine größere Planungssicherheit hat.

Etwas überrascht hat uns die Tour dann doch. Wir hatten uns den Schwarzwald als liebliche Hügel vorgestellt, dabei hätten wir selbst schon vorher darauf kommen können, dass sich der Begriff "Schluchtensteig" aus den Wörtern "Schlucht" und "Steig" zusammensetzt. Die Tour verlief tatsächlich vielfach steil am Hang entlang und ausgesetzt. Lediglich die Anzahl der Höhenmeter war deutlich geringer als letztes Jahr in den Alpen.

Unterwegs haben wir schnell festgestellt, dass der Schluchtensteig der am besten markierte Wanderweg ist, den wir je gegangen sind. An keiner Stelle hätte man das Navi wirklich benötigt und die beiden Male, die wir uns kurz "verlaufen" haben, waren ausschließlich unsere eigene Schuld, z. B. weil wir einfach anderen Wanderern gefolgt sind, obwohl an der Stelle keinerlei Wegweiser zum Abbiegen standen, wir aber diese wenige Meter weiter bereits gesehen haben.

Und auch die Infrastruktur um den Schluchtensteig ist außergewöhnlich gut. Jede einzelne Etappe hätte man bei Bedarf jederzeit mit dem (kostenlosen!) Bus abkürzen oder auslassen können. Das haben wir natürlich nicht gemacht und wir haben auch – als wahrscheinlich einzige Wanderer – unser komplettes Gepäck selbst getragen, was uns aber bei der Ankunft in einem Quartier Anerkennung eingebracht hat. Alle anderen haben einen organisierten Gepäcktransport genutzt und waren nur mit leichtem Tagesgepäck unterwegs, was das Ganze natürlich viel leichter macht, zumal es die meisten Tage durchaus sonnig und heiß war.

Ein Notebook hatten wir aus Gewichtsgründen natürlich keines dabei, so dass es wie in den Alpen auch diesmal keinen täglichen Blog gab, sondern Ihr hier unseren gesamten Tourbericht (und ganz unten die gesammelten Fotos) en bloc zusammengefasst bekommt.

zu den Fotos ganz nach unten scrollen oder hier klicken

 

Höhenprofil:

 

Tourbericht:

 

Tag 0, Dienstag, 7.9.2021 (Anreisetag)

Heute wollten wir noch nicht wandern, wir sind also nur nach Stühlingen angereist und hatten demzufolge genügend Zeit, um nicht schon in aller Früh aufbrechen zu müssen. Um 9:41 Uhr fuhr unser Intercity von Nürnberg nach Aalen. Dummerweise hatten wir wegen einer Störung bei Ansbach so viel Verspätung, dass wir unseren Anschlusszug nach Ulm nicht erwischt haben. Nach Ulm fährt zwar laufend ein Zug, doch die Verbindung von Ulm Richtung Basel nach Tiengen fährt nur alle zwei Stunden, so dass wir in Ulm genügend Zeit hatten, um in einer Eisdiele Eis essen zu gehen und anschließend auch noch Reiseproviant für die nächsten Tage einzukaufen. So richtig gestört hat uns die Verspätung nicht, denn wir hatten genügend Zeit, Mia hatte Stricksachen dabei und nutzte die Zeit dafür und wegen der Verspätung bekamen wir von der Bahn die Hälfte des (allerdings ziemlich günstigen) Ticketpreises zurückerstattet.

In Stühlingen hatten wir noch genügend Zeit, (nach dem Check-In in einem einfachen aber zentralen Hotel) hoch zum Schloss zu spazieren und anschließend in einem Steakhaus gut zu Abend zu essen. Dabei durften wir beim Studium der Speisekarte feststellen, dass sich Schwaben (eigentlich Badener) wenig von Franken unterscheiden: Fischgerichte waren unter der Überschrift "vegetarisch" einsortiert 🤔.

Route: Fürth – Nürnberg – Aalen – Ulm – Tiengen (Hochrhein) – Stühlingen


Tag 1, Mittwoch, 8.9.2021 (Stühlingen – Blumberg)

Los ging es in Stühlingen direkt an der Schweizer Grenze – anfangs noch durch offene Landschaft. In der ersten Hälfte der Etappe hätte man die Sauschwänzlebahn sehen können. Leider fährt diese Museumsbahn nur donnerstags bis sonntags und heute war Mittwoch, so dass wir nicht auf einen Zug zu warten brauchten.

Im zweiten Teil des Tages ging es durch die Wutachflühen (Felsformationen). Erst viel später haben wir gelesen, dass man aufgrund des sehr feuchten und daher matschigen Bodens besser den "Schlechtwetterweg" hätte gehen sollen anstatt des ausgesetzten Pfades am Hang entlang. Man musste zwar etwas aufpassen, der Weg war für uns aber gut machbar und man hätte den interessantesten Abschnitt des Tages verpasst, wenn man stattdessen den Weg unten in der Schlucht gegangen wäre. Eine einzige Stelle gab es, an der wir uns mit einer Seilversicherung wohler gefühlt hätten, aber diese Stelle war nur sehr kurz.

Kurz vor dem Ziel haben wir einen Holländer getroffen und uns länger mit ihm unterhalten, den wir für den Rest der Woche jeden Tag wieder treffen sollten. In Blumberg haben wir unser Zimmer in einem Privatquartier bezogen. Auf Essen gehen haben wir verzichtet, weil wir noch genügend Verpflegung hatten.

bergauf: 580 m, runter: 330 m
Strecke: 22,4 km
Dauer: 7:10 h (inkl. Pausen und Verlaufen 😉)


Tag 2, Donnerstag, 9.9.2021 (Blumberg – Schattenmühle)

Noch in Blumberg stutzten wir kräftig, als wir an einem offensichtlichen Neubau vorbeigekommen sind, an dem alle Balkone davor zu Boden gebrochen waren. Ein Nachbar schräg gegenüber erzählte uns, dass sechs Wochen zuvor ein Bauunternehmer – wenige Tage vor dem geplanten Einzug der ersten Mieter – die Balkone mit dem Bagger absichtlich eingerissen hat, weil er vom Bauträger noch eine große Summe nicht bezahlt bekommen hat.

Ansonsten stand heute die imposanteste Etappe des gesamten Schluchtensteigs auf dem Programm: der Abstieg in die Schleifenbachklamm sowie der erste Teil der Wutachschlucht. In die Schleifenbachklamm führte eine acht Meter hohe Leiter hinab. Später gingen große Abschnitte der Tour durch die enge Wutachschlucht, teils unten im Tal, teils hoch oben am Hang entlang und sehr häufig ausgesetzt, oft mit Seilversicherungen. An zwei Stellen hat man die Seile auch wirklich unbedingt benötigt, um Lücken im Fels zu überqueren. An vielen Stellen waren die Sicherungen oder Geländer aber eher aus psychologischen Gründen angebracht und an etlichen Geländern fragten wir uns, wie diese (am Boden völlig offenen) Geländer einen Absturz verhindern sollten, falls man auf dem nach wie vor oft matschigen Weg mal weggerutscht wäre.

Unterwegs gab es zwei richtig schöne Wasserfälle und unser Ziel war heute kein Ort, sondern die Schattenmühle, deren Zimmer mehr einer Alpenvereinshütte ähnelten als einem Hotel. (Sogar die Betten musste man selbst beziehen.)

bergauf: 400 m, runter: 440 m
Strecke: 23,2 km
Dauer: 6:50 h


Tag 3, Freitag, 10.9.2021 (Schattenmühle – Schluchsee-Fischbach)

Der zweite Teil der Wutachschlucht war nicht ganz so felsig-imposant wie der gestrige Tag, doch trotzdem spannend und erneut häufig ausgesetzt – diesmal aber viel häufiger weit oben am Hang der Schlucht entlang. Besonders beeindruckend war später am Tag die Engstelle der Haslach am Rechenfelsen – und hier musste man mal auf einer ziemlich kurzen Strecke ganz nach unten absteigen (und danach natürlich wieder hoch).

Als wir kurz vor dem Ende der Tour in Lenzkirch schon ziemlich geschafft waren, hatten wir für heute zwar die Schluchten hinter uns gelassen, nach Schluchsee-Fischbach ging es aber trotzdem noch einmal ziemlich steil bergauf. Dafür hatten wir dort ein richtig schönes Hotel direkt am Weg – das beste auf der gesamten Tour. Zum Abendessen gab es frische Schwammerl als Omelett (Thomas) und mit Pasta (Mia).

bergauf: 660 m, runter: 270 m
Strecke: 19,6 km
Dauer: 6:03 h


Tag 4, Samstag, 11.9.2021 (Schluchsee-Fischbach – St. Blasien)

Heute ging es zunächst fast nur bergab zum Schluchsee und dort ein ganzes Stück flach um diesen herum. Danach gab es zwar wieder ein paar Höhenmeter, doch lange war von Schluchten nichts zu sehen. Stattdessen ging es durch den Schwarzwald, wie wir ihn uns vorgestellt hatten: sanfte Hügel. Der Weg verlief daher weniger im Schatten als an den bisherigen Tagen, so dass wir nicht unglücklich waren, dass wir heute meistens keine pralle Sonne hatten. 

Unterwegs sahen wir diesmal einige typischen Schwarzwaldhäuser mit ihren tief heruntergezogenen Dächern – als Schutz gegen die eisigen Winter, die es hier gibt.

Kurz vor dem Ende der Etappe gab es noch einen steilen Abstieg ins Albtal durch einen Bannwald, so dass wir doch noch zu unserer Schlucht kamen. Fast hätten wir diesen Teil durch die Windbergschlucht aber verpasst, weil wir – schon müde – nicht richtig auf die Markierungen geachtet hatten. Die Karte sagte aber eindeutig, dass wir gerade den interessantesten Teil der heutigen Tour umgehen, so dass wir (leidend) ein paar hundert Meter (natürlich steil bergauf) zurück zum Einstieg in die Schlucht gegangen sind.

In St. Blasien hatten wir dann ein kleines Zimmer in einem Hotel mitten in der historischen Altstadt mit Blick auf den riesigen Dom. Zum Abendessen waren wir nebenan im Klosterhof, wo wir nicht nur richtig gut Pizza und Gnocchi gegessen haben, sondern auch den perfekten Service genießen durften.

bergauf: 440 m, runter: 720 m
Strecke: 21,2 km
Dauer: 6:30 h


Tag 5, Sonntag, 12.9.2021 (St. Blasien – Todtmoos)

Zu Beginn der heutigen Etappe ging es erst einmal steil bergauf, wobei es sich lohnte, sich immer mal wieder umzudrehen, um den Blick auf St. Blasien mit Altstadt, Dom und riesiger Klosteranlage zu genießen.

Den größten Teil des Tages ging es auch heute wieder über offene Hügellandschaft, nur plagte uns heute die Sonne deutlich mehr. Dafür gab es immer wieder Panoramaaussichten auf den Feldberg und die Schweizer Alpen bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Ohne Teleobjektiv, das Thomas auf solch einer Mehretappentour natürlich wegen des Gewichts nicht dabei hatte, ist von den Alpen auf den Fotos allerdings nichts zu sehen.

Wie gestern ging es auch heute am Schluss noch steil bergab im Zickzack in eine Schlucht – die Hohwehraschlucht. Der Name hört sich dramatischer an als es ist. Es handelt sich eher um eine kleine romantische Schlucht und die Wehra ist hier noch ein kleines Bächchen.

In Todtmoos hatten wir heute ein recht einfaches Hotel, das aber gleich am Ortseingang direkt am Wanderweg lag. Beim Versuch, (in einem anderen Restaurant) etwas zum Abendessen zu bekommen gab es dann tatsächlich noch Dinge zu erleben, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten. Nach dem Restaurant von gestern mit dem bestmöglichen Service, den man sich vorstellen konnte, hatten wir heute die schlechteste Erfahrung in unserem gesamten Leben. Die Bedienung war so arrogant und unfreundlich, dass wir tatsächlich ohne Bestellung wieder gegangen sind. Immerhin haben wir ein Rivella bekommen (was es in Deutschland reichlich selten gibt), denn unsere Getränke hatten wir bereits bestellt gehabt.

bergauf: 610 m, runter: 540 m
Strecke: 19,0 km
Dauer: 6:19 h


Tag 6, Montag, 13.9.2021 (Todtmoos – Wehr)

Die heutige Etappe machte dem Namen "Schluchtensteig" mal wieder alle Ehre. Größtenteils ging es durch die Wehraschlucht, die den Namen Schlucht auch wirklich verdient und teilweise bis zu 400 m tief ist. Den größten Teil des Tages konnten wir also wieder wirklich genießen, am Schluss wurde unsere Leidensfähigkeit dann aber doch auf die Probe gestellt. Nicht nur, dass die heutige Tour die längste aller Etappen war und die Sonne wieder kräftig brannte; zu allem Überfluss war die Staumauer des Wehra-Stausees wegen Renovierungen nicht passierbar, so dass wir einen ordentlichen Umweg (natürlich erstmal bergauf) gehen mussten. Immerhin war selbst diese Umleitung – wie der gesamte Schluchtensteig – perfekt ausgeschildert.

In Wehr gab es dann zur Belohnung für sechs schöne aber auch sehr anstrengende Tage erst einmal ein Eis. Abendessen waren wir im Garten eines netten Italieners. Für Mia gab es Pasta, Thomas war noch zu angestrengt, um etwas Warmes zu wollen, so dass es für ihn eine große Portion Tiramisu gab.

bergauf: 510 m, runter: 960 m
Strecke: 26,1 km
Dauer: 7:12 h


Tag 6+1, Dienstag, 14.9.2021 (Heimreisetag)

Heute geht es nur noch zurück. Oben hatten wir schon erwähnt, dass die Busse hier (mit Gästekarte) kostenlos genutzt werden können, so dass wir von Wehr bis Bad Säckingen nichts zu bezahlen brauchten. Dort haben wir als Mitbringsel und Dank fürs Blumengießen für unsere Nachbarn in einer Konditorei noch ein hübsches Schokoladen-Wildschwein mitgenommen. Zurück ging es auf der gleichen Bahnstrecke wie auf dem Hinweg, nur dass wir ein paar Stationen näher an Basel eingestiegen sind. Diesmal waren alle Züge pünktlich, so dass wir gegen Viertel Fünf in Nürnberg angekommen sind.

Route: Wehr – Bad Säckingen – Ulm – Aalen – Nürnberg – Fürth


Bildergalerie:

 

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